Es gibt zig verschiedene Laufschuhe. Sie unterscheiden sich nicht nur in Farbe und Form und lassen einen “hübsch” aussehen, auch die Stärke der Sohle, Schnürung oder nicht, Gewebt, Leder oder gar Plastik. Es gibt wahrscheinlich mehr Modelle als Zahlenkombinationen beim Lotto. Aber keine Angst, die Wahrscheinlichkeit, den richtigen Schuh für sich selbst zu finden, ist höher als 6 Richtige zu tippen. Hier gebe ich euch einen kleinen Überblick über verschiedene Marken und vor allem Modelle. Von Barfußschuh bis Trailrunning ist etwas dabei. Welcher für mich – und vor allem warum – am besten passt erfahrt ihr auch.

Die Unterschiede von Laufschuhen im Überblick:


Ich möchte es echt einfach halten, damit ihr nicht mit Infos überladen werdet und nach dem Beitrag genauso schlau wie vorher seid. Deshalb führe ich generelle Faktoren, an denen man Unterschiede festmachen kann, hier auf.

Die Sohle

Ob dick und stabil, oder dünn und beweglich? Hier gibt es gravierende Unterscheide in der Beschaffenheit. Und ganz wichtig ist es hier, das man beachtet für welche Art von Lauf man den Schuh wünscht. Bei Langstreckenläufen (ab ca. 8-10km) macht eine gut gefederte Sohle Sinn und unterstützt den Körper beim Abfedern des Aufpralls und der Stauchung der Wirbelsäule bei jedem Schritt.

Aber auch dünne Sohlen mit wenig bis gar keine Federung – sogenannte Barfußschuhe – haben ihre Berechtigung. Man sollte hierfür aber ein erfahrener Läufer sein und das Laufen mit diesen Schuhen ausgiebig trainieren um seinem Körper keinen Schaden zuzufügen. Hierfür muss der Laufstil genau trainiert sein.

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Das Außenmaterial

Bei allen guten Laufschuhen sollte es gegeben sein, dass der Schuh atmungsaktiv ist. Dies spricht für ein leichtes Material und kein durchgehendes Plastik. Dies würde den Fuß unnötig zum Schwitzen bringen und die Feuchtigkeit könnte nicht abtransportiert werden. Mittlerweile gibt es vollständig gewebte Schuhe, die sehr leicht und weich sowie luftig sind. Wenn du also einen Schuh aussuchst, achte darauf, das er schön atmungsaktiv ist!

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Die Hacke

Bei der Hacke gibt es starke unterscheide in der Beschaffenheit des Halts. Auf den Fotos siehst du, wie flexibel oder eben auch stabil einige Hacken sind. Dies ist wichtig bei der Art des Laufs: Bei Läufen, die häufig wechselnden Untergrund haben ist es wichtig das der Fuß ideal gestützt wird, damit du nicht umknickst. Da kann eine stabile Hacke helfen. Je nach Beschaffenheit deines Fußes, ob Senk-, Knick-, Hohl-Fuß etc. sollte man seinem Fuß die benötigte Unterstützung mit dem richtigen Schuh bieten.

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Besondere Gadgets

Einige Schuhe bieten EXTRAS, die die Passform steigern. So zum Beispiel beim Reebok Z-Pump. Hier sind Luftkissen im Schuhintegriert, die je nach Aufpumpen, welches man selbst steuert, gefüllt werden und dem Fuß mehr Stabilität bieten. So wird ein Modell für verschiedene Ansprüche angepasst.

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Form

Ob eine natürliche Form, die dem Fuß angepasst ist oder ein schmaler, spitz zulaufender Laufschuh. Ich mag es wenn der Fuß die Chance hat sich so zu verhalten, wie er auch Barfuß wäre. Da ich recht breite Füße habe, achte ich darauf, das die Schuhe auch breit sind und nicht Spitz zulaufend sind. Wenn du einen schmalen Fuß hast, solltest du dies also auch bei der Schuhwahl berücksichtigen.

Gewicht

Ein ausschlaggebener Punkt ist das Eigengewicht des Schuhs. Je leichter der Schuh, desto natürlicher kannst du laufen und merkst gar nicht erst, dass du einen Schuh trägst.

Für welche Laufart, welchen Schuh?


Nun zu den von mir getesteten Schuhen. Bei meinem Laufschuh-Test kamen 7 verschiedene Modelle an meine Füße. Diese habe ich bei Hindernisläufen (Obstacle Races), Normalen Trainingsläufen von 2-10km, Wettkampfläufen bis zu 15km und beim Laufband-Training sowie am Strand im Sand ausprobiert. Hierbei hatte ich sowohl gerade, ebene als auch unebene, sandige und auch mal mit Wurzeln und Löchern versehene Strecken, weiche und harte Untergründe.

Merrell (beide Modelle)

Bei den beiden Merrell Modellen handelt es sich um Barfußschuhe. Der schwarze hat eine ca. 2mm dicke Sohle und ist sehr flexibel. Der türkise hat eine 3-4mm dicke Sohle und ist am Innenfuß verstärkt um mehr Halt zu bieten. diese sind sehr gut für Hindernisläufe und im Gelände geeignet. Hier wird dem Fuß kaum bis gar kein Halt und auch keine Dämpfung geboten. Diese Modelle sind nicht für Anfänger geeignet, da der Bewegungsapparat geschult und eine Grundmuskulatur vorhanden sein sollte. Sie eignen sich hervorragend als Ergänzungsschuh, um den natürlichen Laufstil zu trainieren. Da bei diesen Modellen die Fuß- und Beinmuskulatur anders als bei anderen Laufschuhen beansprucht wird, kann man so seine Gelenke ideal stabilisieren und das Verletzungsrisiko minimieren. Aber Achtung, das gilt für geschulte Läufer. Für Anfänger sind diese Modelle aber eher ein Verletzungsrisiko.

TIPP: Nutzt die Schuhe als Alternative für kurze Läufe um euren natürlichen, ursprünglichen Laufstil zu trainieren! (Abrollen über den Vorderfuß, nicht mit der Hacke stark auftreten)

Merkmale: Sehr leicht, sehr flexibel, sehr dünne Sohle

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361° Sensation

Ein Laufschuh ganz nach meinem Geschmack. Obwohl er eine recht starke Sohle hat, ist er noch sehr leicht mit 258 g. Er wiegt also noch nicht mal ganz so viel wie ein anständiges Steak. Er schmiegt sich super an Fuß an, bietet viel Bewegungsspielraum für die Zehen, Ist an der der Hacke schön stabil, wirkt aber nicht steif und ist atmungsaktiv. Das Modell eignet sich gut für Mittelstreckenläufe (bis zu 15km) und schützt ideal vor Unebenheiten. Aus meiner Sicht ein idealer Schuh zur Ergänzung bei einem Barfußschuh.

Merkmale: Gute Passform, leichter, gute Dämpfung

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PUMA IGNITE

Der PUMA Laufschuh ist für Langstreckenläufe gemacht (ab 15km). Warum? Weil er eine enorm hohe Dämpfungseigenschaft und Stabilisierung an der Hacke bietet. Leider ist der Schuh auch ein wenig schwerer als andere Modelle, aber dafür hat er andere Vorzüge: Eine extrem hohe Atmungsaktivität dutch die dreifach-lagige Meshoberfläche und bei diesem Modell wurde auch sehr viel Wert auf die Innensohle bzw. Zwischensohle für eine top Dämpfung gelegt. Also, wer auf viel Dämpfung und einen natürlichen, energiegeladenen Laufstil wert legt, probiert dieses Modell.

Merkmale: Gut für Langstrecken, Sehr gute Dämpfung

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REEBOK Z-Pump vs. REEBOK Z-QUICK

Hier habe ich zwei unterschiedliche Reebok Modelle. Beide haben aber eins gemeinsam: Sie haben beide keine klassische Schnürung. Bei beiden dient der Schnürsenkel fast nur als Schmuckelement, was vor allem beim Z-Pump extrem umgesetzt ist. Hier kann man den Schuh nicht per Schnürung justieren, sondern hierfür werden die integrierten Luftkissen, die per PUMP gesteuert werden, genutzt. Was auch super funktioniert und den Fuß optimal, je nach Anspruch, stabilisiert. Bevor man seine für sich perfekte Passform gefunden hat, probiert man ein bisschen rum, aber dann sitzt der Schuh perfekt.

Merkmale: Extra PUMP für optimalen Sitz, dünne Sohle, gut für Kurz- bis Mittelstrecke

Der Z-QUICK ist recht schmal geschnitten und hat auch eine flexible Sohle. Das Außenmaterial ist vollständig aus Synthetik und erinnert mich persönliche in bisschen an Neopren. An sich bietet dieses Modell keine Besonderheiten zum Laufen und ist somit eher für Kurzstrecken-Läufe geeignet.

Merkmale: gut für Kurzstrecke, dünne Sohle

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NIKE Freerun

Ich selbst muss sagen, dass ich den NIKE Freerun eher nicht als Laufschuh sondern als Trainingsschuh sehe. Er ist kein richtiger Barfußschuh aber auch kein Laufschuh mit Dämpfung oder viel Halt. Er trägt sich wirklich super, aber sollte aus meiner Sicht eher  im Trainingsbereich seinen Platz als auf der Laufstrecke finden.

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Wie finde ich den richtigen Schuh?


ganz klar, am besten macht man eine Laufanalyse in einem Markenunabhängigen Geschäft, oder bei einem Sportmediziner. Zum Beispiel bei Laufladen LUNGE kann man solch eine Analyse durchführen lassen. Ansonsten, wenn man ein bisschen erfahrener ist, weiß man ungefähr worauf es einem selbst bei einem guten Laufschuh ankommt und kann nach den oben aufgeführten Kriterien, sich seinen neuen Schuh aussuchen. Trotzdem sollte man diesen einmal Probetragen, bevor man sich entscheidet.

Eine kleine Hilfe bietet auch RUNNERS POINT mit seinem Laufschuhberater. Eine nette Möglichkeit, sich und seinen Laufstil/Fußstellung besser kennen zu lernen. Guckt mal rein:

Laufschuhberater

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