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In unserer heutigen Gesellschaft geht es immer um höher, schneller, stärker, weiter. Und gerade im Sport liegt es nahe, dass man versucht besser zu sein, als der Nebenmann bei einem Event. Genau aus diesem Grund möchte ich einmal Tough Mudder in dieser Hinsicht beleuchten. Dieses toughe Obstaclerace, dass in vielen ein „Oh, Gott, das könnte ich nie!“ hervorruft, steht im Detail betrachtet für soviel mehr als einen anstrengenden 19km Lauf.

Und weiter unten findest du noch Erfahrungswerte von einigen Teilnehmern!

Fokus: Wettkampf oder Spaß?


Auch wenn es hier auf 19 km mit 29 Hindernissen sportlich zugeht, steht ganz klar der Spaß und nicht die Zeit im Vordergrund. Schon bevor es auf die Strecke geht werden jedem einzelnen die Tough Mudder Gebote nahe gelegt. Ganz wichtig:

„Als Tough Mudder gelobe ich das, ich Teamwork und Teamgeist Vorrang vor meiner Streckenzeit gebe.“

Und genau das steht im Vordergrund. Wenn jemand an einem Hindernis Probleme hat oder einfach nicht mehr kann, dann wird hier geholfen.

Ganz klar muss ich aber sagen, dass man in diesem Punkt des Teamgefühls einen starken Unterschied zwischen den beiden Event Tagen, Samstag und Sonntag spürt. Samstags sind doch eher die ambitionierten Läufer unterwegs und ab und an habe ich in den letzten Jahren hier auch mal einen Schubser (bestimmt nicht gewollt) erfahren, da die Streckenzeit doch Vorrang hatte. Die letzten 4 Jahre bin ich immer samstags gestartet und es war wirklich anders im Vergleich zu diesem Jahr, an einem Sonntag.

Samstags:

  1. voller auf der Strecke und auf dem Eventgelände
  2. Man muss an den Hindernissen länger anstehen
  3. mehr ambitionierte Sportler
  4. Die Strecke ist noch schön und nicht zu stark zertrampelt (gilt eigentlich nur, wenn es auch noch regnet. Bei gutem Wetter ist die Strecke an beiden Tagen top)
  5. Sonntag Zeit zum erholen

Sonntags:

  1. Weniger Leute auf der Strecke
  2. Entspanntere Stimmung
  3. weniger Wartezeiten
  4. Mehr Newbies auf der Strecke

Für die nächsten Jahre würde ich auf jeden Fall den Sonntag bevorzugen. Vor allem für Einsteiger ist dies meiner Meinung nach, die bessere Wahl. Außerdem sind sonntags auch noch die Tickets günstiger.

Die Hindernisse und Strecke im Vergleich zu den letzten Jahren


Jedes Jahr kann man Tough Mudder Feedback geben, wie man das Event empfunden hat. Anscheinend nehmen sich die Veranstalter das auch wirklich zu Herzen, denn vieles wurde verändert und aus meiner Sicht, verbessert.

Die Hindernisse waren in den ersten Jahren schwer für kleinere Menschen zu bewältigen, da oft eine bestimmte Körpergröße/Armlänge nötig war, um überhaupt an einige Sachen heranzukommen.

Dazu waren früher die Laufdistanzen zwischen den Hindernissen gefühlt sehr lang, manchmal bis zu 3-4 km ohne richtiges Hindernis.

Dieses Jahr, 2018, war es das erste Mal, dass die Strecke an einigen Stellen doppelt belaufen wurde, was ich überhaupt nicht als störend empfunden habe, da die Hindernisse sich trotzdessen nicht wiederholten. Es gibt mittlerweile eine halbe Distanz von 12 km, die man aber durch die Streckenführung, auch wenn Team Mitglieder die ganze Distanz laufen, als Team gemeinsam meistern kann. TOP! Dann können die anderen schonmal im Ziel das Bier bereit halten.

Insgesamt gab es dieses Jahr 29 Hindernisse, mehr als in den Jahren zuvor. Insgesamt wurden die Hindernisse in puncto Schwierigkeitsgrad einfacher (z.B. Halfpipe nicht mehr ganz so hoch, Pyramide mit Latte als Vorsprung in der Mitte), was noch mehr den Spaß in Vordergrund stellt und es möglich macht, das kein Team Mitglied, egal welches Level, deprimiert von Dannen ziehen muss.

Wer aber gerne seine Kräfte messen möchte oder neue extreme Herausforderungen sucht, der ist bei Tough Mudder mittlerweile eher unterfordert. Aber hierfür gibt es ja auch extra Hindernislauf Formate!

FAZIT: Ich sehe eine starke Verbesserung in dem Aufbau der langen Strecke und der Verteilung der Hindernisse. Wenn zukünftig noch mehr in Legionäre und Newbies bei den Hindernissen unterschieden wird, könnte man auch die erfahrenden Läufer noch stärker fordern, um diese nicht irgendwann zu verlieren.

Kontra:
1. Sponsoren hin oder her. PickUp ist bestimmt rentabel für den Veranstalter, aber wirklich hochwertig ist ein PickUp nicht und macht keinen Sinn als Snack zwischendurch. Zum Glück gab es dieses Jahr dafür wieder Bananen für alle.

2. Was sich noch immer nicht geändert hat und ich wirklich schade finde, ist, dass es noch immer keine Frauen Shirts für Finisher gibt. Der Frauen Anteil bei Tough Mudder wächst, und somit kann man ruhig auch hier in Zukunft diesen Teilnehmerinnen entgegen kommen. Das Ticket kostet Frauen ja auch das gleiche!

Interviews von Tough Mudder Teilnehmern


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Marco, 44 Jahre, Geschäftsführer Kontaktlinsen-Preisvergleich, 5 mal teilgenommen

Hast du lange überlegt vor deiner ersten Teilnahme?

Eigentlich nicht. Das war eher eine Impulsentscheidung. Danach und in der Vorbereitung kam dann die Ernüchterung – Worauf habe ich mich da eigentlich eingelassen?!

Was hat dich abgehalten?

18 km ist schon eine Ansage, zumal ich nie ein guter Läufer war und wahrscheinlich auch nicht mehr werde.

Warum hast du trotzdem mitgemacht?

Ich hab ja zugesagt und dann wird das auch gemacht. Außerdem hab‘ ich relativ viel Freeletics gemacht und fühlte mich recht fit. Das Laufen habe ich beim ersten Mal trotzdem unterschätzt.

Wie hast du das Event empfunden?

Die Orga ist absolut sensationell. Da starten 14.000 Mudder und du musst fast nie irgendwo warten. Oder zumindest nie lange. Die Stimmung unter den Teilnehmern ist super, also nicht nur das eigene Team, sondern auch die Leute die man gar nicht kennt. Alle sind gut drauf und machen mal einen lustigen Spruch.

Wieviel Sport machst du in deinem Alltag?

Ca. Einmal pro Woche schaffe ich es zum Sport. Ist zu selten, I know! Aber Familie ist ja auch wichtig und mein Job bindet mich auch sehr.

Nenne 3 Worte, wofür TM für dich steht:

Spaß, Teamwork, Muskelkater

Fandest du die Hindernisse zu schwer?

Nein. Ich finde das total angemessen. Das war ja jetzt mein 5.TM, mittlerweile kennt man seine Problemzonen und kann das vorher etwas üben.

War dir die Strecke zu lang (19km)?

19 km sind für mich so das persönliche Maximum. 22 km hatten wir auch schonmal und das hat auch geklappt. Ich denke so ab 25 km würde ich überlegen ob ich das noch mache. Das Laufen macht mich echt jedes Mal fertig.

Würdest du wieder teilnehmen?

Wenn mein Team wieder mit dabei ist, bin ich auch wieder dabei. Logo.

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Margrit, 40, Teamleitung Administration, Newbie

Hast du lange überlegt vor deiner ersten Teilnahme?

Ich denke schon seit 2 Jahren daran ein ToughMudder zu machen. Ich habe mich nur nicht getraut. „Ich kann das nicht!“ oder „ich bin nicht gut genug“ -ist das Erste was ich mir sage und das schon als Kind. Mein Mantra

Was hat dich abgehalten und warum hast du trotzdem mitgemacht?

Ich arbeite hart daran, mein Mantra loszuwerden bzw. in ein „erstmal machen, dann weitersehen “ umzuwandeln. So in der Art jedenfalls. Den Ausschlag für ein ToughMudder gab tatsächlich dein MindFunc-Workshop. Du sagtest, denkt an etwas, das ihr schon immer machen wolltet und dann tut es. Raus aus der Komfortzone und da wartet etwas Schönes,das Glück.(vlt nicht wortwörtlich) Am Abend hab ich mich dann angemeldet.

Wie hast du das Event empfunden?

Das Event war der Hammer. Alle haben sich gefreut, waren gut drauf und natürlich aufgeregt. Ich habe keine extrem verbissenen Menschen gesehen. Ist beim Triathlon doch anders. Natürlich freut man sich da auch, ist aber ein anderes Gefühl. Die Orga war super, sehr freundlich und vor allem an den Hindernissen total aufmerksam, auch die Sanis!

Wieviel Sport machst du in deinem Alltag?

Hab immer viel trainiert(Triathlon Training) dann eine längere pause gemacht. Seit Januar trainiere ich wieder regelmäßig. Für TM allerdings seit 2 Monaten!?

Nenne 3 Worte, wofür TM für dich steht:

Mentale-Herausforderung, Teamgeist, Stolz

Fandest du die Hindernisse zu schwer?

Schwer sind die Hindernisse, die mich mental herausgefordert haben. Höhe! Ich hab es dank der Teamarbeit aber geschafft!

War dir die Strecke zu lang (19km)?

Die Strecke war für mich sehr lang(bin noch nie so viele km gelaufen). Der weiche Boden und die Baumwurzeln haben die Strecke zum Hindernis gemacht.

Würdest du wieder teilnehmen?

Nochmal teilnehmen und wieder Schrammen, blaue Flecken und eine evtl. Rippenprellung in Kauf nehmen? Sch… JA!

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Lars, 38, Fachinformatiker Anwendungsentwicklung, 6 x Full + 1 x 5K

Hast du lange überlegt vor deiner ersten Teilnahme?

Vor ersten Mal habe ich tatsächlich lange überlegt. Damals hat ein Freund mir den Link zum Video „Give Us a Tough Mudder Hoorah | Tough Mudder“ geschickt und gemeint wird sollten das unbedingt mal machen. Hätte ich nur das eine Video gesehen, hätte ich mich vermutlich sofort angemeldet aber ein paar Klicks später sah ich dann Videos zu „Arctic Enema“ und „Electric Eel“. Das hat mich dann erst einmal abgeschreckt und ich meinte zu ihm „ich bin doch nicht bescheuert“. Wir haben und dann über den Hindernislauf eines Startups (KrassFit Challenge) sozusagen an den Tough Mudder herangearbeitet weil wir den Eindruck hatten, für einen Tough Mudder noch nicht bereit zu sein.

Was hat dich abgehalten?

Es waren tatsächlich nur die eben schon erwähnten Hindernisse „Arctic Enema“ und „Electric Eel“ – die derzeit verfügbaren YouTube-Teaser haben zwar super motiviert (ich bekomme heute noch richtig Lust auf den Lauf, wenn ich das o. g. Teaser aus 2013 sehe) aber bei den beiden Hindnisse schienen mir irgendwie eine Spur zu hart.

Warum hast du trotzdem mitgemacht?

Auf der einen Seite hat mir ein anderer Hindernislauf knapp einen Monat vor meinem ersten Tough Mudder ein wenig die Angst genommen und dann lebt das Ganze tatsächlich sehr von der Gruppendynamik. Je mehr Leute ich im Umfeld habe die einen solchen Lauf bestreiten, desto eher traue ich mir das dann auch zu.

Wie hast du das Event empfunden?

Die Stimmung ist tatsächlich jedes Mal wieder unglaublich. Es kommt schon vor, dass ich am Tag des Lauf noch gar nicht so recht motiviert bin früh aufzustehen und lange anzureisen, aber sobald ich auf dem Parkplatz angekomme und so langsam beginne das Mudder Village zu hören und zu sehen fange ich sofort wieder Feuer. Der Ablauf hat bis jetzt auch jedes Mal reibungslos funktioniert. Ticketumschreibungen vor Ort oder Supportanfragen im Vorfeld – bisher gab es nie Probleme.

Wieviel Sport machst du in deinem Alltag?

Ich würde schon sagen, dass mein Sportpensum über dem des Durschnittsbürgers meiner Altersklasse liegt. Zwischen 3 und 5 Trainings oder Events in der Woche – allerdings würde ich das nicht unbedingt als viel bezeichnen. Ich finde eher man macht im Schnitt zu wenig.

Nenne 3 Worte, wofür TM für dich steht:

Zusammenhalt, Herausforderung und Spaß

Fandest du die Hindernisse zu schwer?

Kong Infinity als Legionärs Hindernis sah recht anspruchsvoll aus – wir haben uns aber beim letzten Mal dazu entschieden mit den Neulingen im Team geschlossen die gleichen Hindernisse zu machen. Allerdings war bis jetzt jedes Hindernis machbar – auch wenn das nicht bedeutet, dass ich bisher 100 % fehlerfrei gemeistert hätte. Ab und an scheitere ich eben beim ersten und einzigen Anlauf, auch wenn ich grundsätzlich in der Lage gewesen wäre das Hindernis zu packen. Das ist aber extrem okay und ändert nichts am Spaßfaktor.

War dir die Strecke zu lang (19km)?

Gerade mit Hindernissen nehme ich die Distanz gar nicht so lang wahr. Hinzu kommt, dass ich mich dem Tempo des gesamten Team anpasse und durch die Verpflegungsstationen auch ausreichend Pausen habe.

Würdest du wieder teilnehmen?

Unbedingt! Die Vielfalt und Qualität der Hindernisse und deren athletischer Anspruch hat in der Summe bisher immer wieder überzeugt.

Tipp für Tough Mudder Neulinge und alle anderen


TIPP

Wenn Du dich bisher nicht an einen Tough Mudder herangetraut hast, aber schon ewig mit dem Gedanken spielst, gibt es seit diesem Jahr die 5K Distanz, mit einfacheren Hindernissen. Dazu findet das Event direkt in der Stadt statt. Ende Juli hast du die Chance in Hamburg auf der Horner Rennbahn dabei zu sein.