Seit Sommer 2014 ernähre ich mich zu 90% nach Paleo. Da ich einige Lebensmittel nicht vertrage und mein Körper mir gerne mit geschwollenem Gesicht, aufgeblähtem Bauch, schlechter Laune und sogar starken Stimmungsschwankungen dies versucht hat zu sagen, habe ich irgendwann angefangen Lebensmittel weg zu lassen. Es war unglaublich auf einmal zu merken, wie anders man durch den Tag gehen kann: Keine Bauchschmerzen, kein extremes Sättigungsgefühl (ich dachte immer das wäre normal), keine Müdigkeit nach dem Essen, Morgens fit aufwachen.

Man sollte doch ab und an mal in sich reinhören und vor allem auf den eigenen Körper hören und nicht alle Zeichen ignorieren. Macht man ja auch nicht mit seinen Mitmenschen.

  Somit bin ich erstmal vor gut 2 1/2 Jahren durch Selbstexperimente bei einer gluten- und kuhmilchfreien Ernährung gelandet. Ich habe keine Zöliakie aber irgendwas in dem ganzen industriell hergestellten Lebensmitteln, in die fast immer Weizen reingemischt wird, mag mein Körper einfach nicht. Dementsprechend: weglassen. Doch manchmal fiel es mir schwer, da trotzdem alles im Haushalt war, was mir nicht bekam. Mein Freund “Herr Lutz” hat dann das Thema “Paleo” aufgeworfen, auf paleo360.de sich schlau gelesen und die 3o Tage Challenge entdeckt. Ich war dem ganzen recht kritisch gegenüber, da ich ja schon jetzt aus meiner Sicht sehr viel Verzicht hatte. Und warum noch mehr Lebensmittel streichen wenn ich die vertrage?! Aber was solls. 30 Tage kann man das ja mal testen. Also wurde das Programm bestellt. Wir bekamen Einkaufslisten, Wochen-Essenspläne (Frühstück – Mittag – Abend), Rezepte und Tipps zu den Paleo-Grundnahrungsmitteln. Es war echt einfach den Einstieg zu schaffen. das Einkaufen war mit den Listen extrem genial. Viele Sachen, die ich sonst nie in Einkaufswagen legen würde, wanderten nun reihenweise zu uns nach Hause. Am Anfang war die Umstellung nicht so einfach. Andere Öle, viele Nüße, für mein Freund: Kein Brot mehr, keine Knabbereien oder Süßigkeiten, und und und… Der Zuckerentzug war mit am Schlimmsten. Ich habe zuvor nicht viel genascht. Aber man ist sich gar nicht bewusst wieviel (Indiustrie-)Zucker man durch “alltägliche” Lebensmittel zu sich nimmt.  

So nun aber, was ist Paleo denn nun?

Grundgedanke bei der paleo Ernährung ist das Paläolithikum, die zeit der Jäger und Sammler. Bevor wir menschen angefangen ahben unsere Tiere zu züchten und Pflanzen, Getreide usw. zu kultivieren. Das ist nämlich erst seit ca 10.000 Jahrend er Fall. Evolutionär betrachtet ist dies eine rasante Veränderung und unsere Gene sind nicht in der Lage sich so schnell an die neuen Begebenheiten und diese neue Art der Ernährung anzupassen. 1:1 ist es aber nicht möglich die frühere Ernährung nach zu ahmen. Das ist mir auch klar. Aber der Grundgedanke einer gesünderen und vor allem natürlicheren Ernährung, die unsere Gene kennen, ist machbar und sinnvoll. Bei einer Paleo-Ernährung, die auch als Clean-Eating bezeichnet wird, ernährt man sich von nicht verarbeiteten Lebensmitteln. Alles ist natürlich. Es kommen viele Nüsse, Öle & Fette (z.B. Kokosöl, Olivenöl, Ghee), Früchte, Eier, Gemüse, Fisch und Fleisch auf den Tisch. Es ist irre, was man daraus alles machen kann. Ich hätte zuvor nie gedacht, das Brot aus Mandelmehl so gut schmecken kann. Oder das Pancakes ohne jegliches Mehl auskommen können und einfach bombe schmecken. Meine Bedenken, auf mehr als vorher zu verzichten, machten PUFF und waren ganz schnell wieder weg. Ich konnte auf einmal wieder mehr essen! Nur anders! Was nicht mehr auf den Tisch kommt sind: Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, etc.), Milchprodukte (Ausnahmen gibt es bei Ziegenmilch), Getreide (Also auch keine Nudeln), Reis, Kartoffeln, Pflanzenöle, Alkohol Und dann gibt es noch aus meiner Sicht Zwitter-Lebensmittel. Eigentlich heißt es Nachtschattengewächse gehören nicht zu Paleo. Aber Tomaten und Auberginen finden einen recht großen Anteil in den Rezepten. Für die meisten wird es schwer sein auf Zucker zu verzichten. Aber das ist nur die ersten 1-2 Wochen schwer, dann ist der Körper entgiftet. Das sollte  man mal aushalten um zu sehen, ob es einem ohne Zucker besser geht.

 

Paleo und der Alltag

Schwierig kam es mir am Anfang vor, wie ich das im Alltag integrieren soll. Aber eigentlich bekommt man fast überall wenn man unterwegs ist etwas was Paleo ist. Und man kann sich auch gut Sachen mitnehmen. Zum Beispiel liebe ich die Paleo Müsliriegel die man selbst machen kann, ODER es gibt sogar welche zu kaufen. RAW BITE zum Beispiel. Also alles ist machbar. Man muss nur wollen.

 

Paleo und Backen

Ein Thema, dass mir wichtig ist. Ich liebe Backen! Und es gibt wirklich sehr viele Rezepte, die sogar oft besser schmecken als die herkömmlichen. Statt Zucker verwendet man zum Süßen Honig, Ahornsirup, Kokoszucker (nur selten!). Das sind alles natürliche Süßungsmittel, die natürlich auch viel Zucker enthalten aber dafür kein Industriezucker. Da sollte man aber auch immer auf die Inhaltsstoffe achten!!

Rezepte werdet ihr hier auch in Zukunft finden.

 

Vielleicht habt ihr jetzt einen kleinen Einblick bekommen, was dieses Paleo ist. Ich kann nur nochmal wiederholen, seit ich mich nach Paleo ernähre, geht es mir einfach besser. Ich bin fitter und aktiver und nicht mehr so oft müde. Trotzdem mache ich auch Ausnahmen und verbiete mir nichts. Ab und zu darf es dann auch mal Sushi sein und auch zu einem guten Whisky sag ich nicht nein.