Die warme Nacht mit warmem Wasser direkt aus dem Hahn ohne klamme Finger bei der Feuerzeug-Bedienung und ein deftiges Frühstück vom Buffet können schon was. Echt jetzt!

Bosselino durfte noch ein wenig Schnarchen als ich frisch geduscht um 06:00 Uhr im Saal zum Frühstück antrat, da mir gesagt wurde, dass auf Grund der Hotelbelegung mit fast ausschließlich Monteuren das Zeitfenster bei 06:00 bis 08:00 Uhr lag. Aber welch Überraschung das Buffet war komplett angerichtet und der Kaffee heiß, aber bis 06:30 Uhr gehörte alles mir allein, denn erst dann hievte der erste seinen Kadaver zur Kaffeekanne um eine Tasse mit zur “Guten Morgen”-Zigarette nach draußen zu entführen. A propos draußen, dorthin begab ich mich mit dem Hauptdarsteller der Kategorie “Hund auf Reisen“. Es kribbelte ein wenig beim tiefen Einatmen, dass es am gefrieren der Nasenhaare lag, entdeckte ich erst nachdem Bosse und ich ‘ne 1/4 Stunde spazieren waren und ich den Motor zur Weiterfahrt startete: -20°C – guggst du!

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Wenig späten sollten es sogar -21°C sein, aber das Foto habe ich mir geschenkt. Ich warf lieber einen Blick auf die Karte und checkte mal die angegebenen Höhen, die auf meinem Nordkapp zu überschreiten sind. Ich war mir bewusst, dass ich am Rande eines Ski-Gebiets war, aber auch der direkte weitere Routenverlauf verhieß keine Besserung hinsichtlich Temperatur und Schnee. Mit dem kleinen Hund und über 1 Meter hoher Schnee ist auch jeglicher Spaziergang witzlos, da sieht der Hund ja gar nix von Norwegen!

Kalt, kälter, Norwegen. Ab von der Route.

Schweren Herzens entschied ich mich nun dagegen mich zum Nordkapp durchzuschlagen und drehte unsere Route fortan um etwa 180° Richtung Schweden mit der Hoffnung auf wärmere Nächte und vor allem weniger Schnee.
So ging es nun auf dem mehr oder minder direkten Weg zur Grenze. Natürlich hatten wir alle Zeit der Welt, sodass wir überall, wo es ging und interessant war einen kleinen Stop einlegten. Sei es einfach um mal die Aussicht zu genießen oder sich die Beine zu vertreten.

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Dazu zählt auch einfach mal 1 1/2 Stunden lang einer Loipe zu folgen, da dies der einzige Weg war, dem man ohne Ski oder Schneeschuhe folgen konnte. Einfach eine tolle Erfahrung und diese Stimmung mit den eingeschneiten Häusern – gibt glaube ich wenig was da mithalten kann. Hatte ich erwähnt, dass wir hier immer noch -17°C hatten? Aber durch den strahlenden Sonnenschein kam es uns direkt angenehm warm vor, verrückt!

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Außerdem folgten wir einem Flusslauf durch den Wald. Natürlich wieder ohne einer Menschenseele zu begegnen, das liebe ich ja so an Norwegen! Als ich dann eine Elchspur im Schnee entdecke, dachte ich mir: “Gut, dass es nur die Tappsen im Schnee sind…!” Bereits 2010 war ich mit Coco hier auf einem Trip durchs ganze Land und ja, damals haben wir insgesamt drei Elche aus dem Auto heraus gesehen. Doch wie gesagt, ich war froh diesmal keinem direkt zu begegnen.

Und neben einer Menge Schiffe, Anker und ggf. Viking-related Stuff habe ich in Notodden mal eine einzigartige Skulptur für die Mitte eines Kreisverkehrs entdeckt:

Such sculptures are what a community or city council should place into the middle of a roundabout!!

Ein von Michael Jerry Lutz (@jerry1507) gepostetes Foto am

Aber damit nicht genug der Verrücktheiten: In Drammen hat Bosse diese von mir nur unzureichend fotografierte Plastik entdeckt

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Wieder ein warmes Bett: Scandic Park Drammen

Der Witz an dieser Murmel oder Bowlingkugel oder was auch immer es ist, dass ein Mensch “tuuut”-Laute von sich gibt. Klingt nach einem Nebelhorn im Stimmbruch. Leider ohne erklärende Tafel oder sonstiges was mich auf den Hintergrund des Ganzen gebracht hätte. Aber egal, es hat mich so sehr beeindruckt, dass ich es hier kopfschüttelnd erwähne 😉
Drammen an sich habe ich mir mit nur zwei kurzen Gassi-Runden angesehen, weil wir nur eine kurze “Stop over”-Nacht im Scandic Hotel verbracht haben. Das Hotel war natürlich Landes-typisch nicht billig, aber Hunde waren willkommen und das Personal überaus freundlich und zwar ohne dieses aufgesetzte Lächeln, ehrliche Nettigkeit – sehr schön!! Darüber hinaus liegt es perfekt in der Stadtmitte und es ist recht hübsch eingerichtet. Die Zimmer sind groß genug, obwohl das Mobiliar etwas in die Jahre gekommen ist, haben wir uns hier sehr wohl gefühlt. Das Frühstück ist übrigens auch ein Brett! Also wer mal in Drammen Halt macht, ich empfehle euch das Scandic Park Drammen.
Die Stadt lohnt sich auf jeden Fall mal etwas näher zu betrachten: Sie hat sich innerhalb der letzen 15 Jahre wohl extrem vergrößert, ein neuer Stadtteil ist im Stil der Hafencity bzw. dem Hafenviertel in Oslo entstanden. Die Drammener haben auch ein Gespür für Street Art: Den “Bla Bla Bla“-Anstrich möchte ich als Tapete im Bundestag vorschlagen 😛

Mehr im (kommenden) dritten Teil!!

Some street art spotted for Mr. @shackomat in Drammen

Ein von Michael Jerry Lutz (@jerry1507) gepostetes Foto am

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