Wir fahren weiter von Sossusvlei Richtung Meer. Dafür müssen wir aber erstmal gute 5 Stunden durch die Wüste.

Von Sesriem nach Walvis Bay

Die Hitze brutzelt auf dem Autodach, die erhoffte Abkühlung durch den Wind, der durch die Fenster fegt, bleibt aus. Es schlägt einem die geballte Hitze ins Gesicht. Wir sehnen uns langsam nach einem lauen Lüftchen und ein wenig Schatten. Trotzdem: Es ist einfach beeindruckend diese Weite, dieses Nichts.
Am Horizont verschwimmen die Berge und wirken als ob sie in der Luft schweben. Zebras in der Ferne sehen aus wie dicke Kühe.
Ab und an hüpft am Pisten Rand ein Steinbock, Oryx oder ein Strauß vorbei. Mehr Natur geht nicht. Mitten drin kommt mir der Gedanke, wenn jetzt ein Reifen platzt… Nicht gerade unwahrscheinlich bei den sandigen Schotter-Pisten und der Hitze.
Wie man einen Reifen wechselt weiß ich. Theoretisch. Jerry hat es mir ja mehrfach erklärt. Aber ob wir das da draußen bei der Hitze hinbekommen? Genug Wasser haben wir Chaoten natürlich auch nicht dabei. Und weit und breit begegnen wir keinem Auto.
Den Gedanken schieb ich bei Seite und beobachte die Wüste. Auf einmal links von uns, weit weg, ein Orkan. Man sieht wie er sich auf uns zu bewegt und der Regen, sobald er auf den Boden kommt, verdampft. Beeindruckend. Doch genauso schnell verflüchtigt sich das Ganze auch wieder. Zum Glück.

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Der südliche Wendekreis, Gaub und Kuiseb

Diese beiden „Pässe“ sind beeindruckende Landschaftsstriche. Kurz hinter Solitaire erreichen wir den Gaub Pass kurz darauf den Kuiseb Pass. Während man sehr lange nur Wüste hat, verändert sich plötzlich die Landschaft. Sie wird steinig, felsig. Wir sind auf Höhe des südlichen Wendekreises „Capricorn“. Die Canyons müssen mal mit Wasser gefüllt gewesen sein. Die klaffenden Felsen lassen eine krasse Vergangenheit erahnen.
Die Fahrt hat sich allein schon wegen diesen Naturschauspielen gelohnt. Man sollte sich öfter bewusst werden auf was für einem faszinierenden Planeten wir leben dürfen und einfach mal mit offenen Augen die Umwelt betrachten.

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Wildlife: Unsere Selfdriver Safari

Man muss nicht immer eine geführte Fahrt durch ein Game Reserve machen. Wenn man natürlich nicht genug Zeit hat, bietet sich ein geplanter Besuch an. Aber wenn man eh durch das gesamte Land fahren will, sieht man schon so sehr viel. Und irgendwie fühlt es sich für mich besser an. Spontaner. Natürlicher. Man fühlt sich schon fast wie ein Entdecker.

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Walvis Bay

Über 40 Grad. Fünf Stunden lang. Langsam sehen wir wieder mehr Autos. Arbeitende in den Mienen. Der Wind nimmt zu. Wir trauen uns mal wieder die Klimaanlage aus zumachen und wollen die Fenster öffnen um uns langsam wieder an die Hitze zu gewöhnen bevor wir ankommen. Doch statt der Hitze kommt ein kühler Wind rein. Es riecht nach Meer.
Das Meer hat noch nie so gut wie in diesem Moment gerochen. Endlich kann man wieder atmen. Das Salz liegt in der Luft. Walvis Bay wir kommen!
Walvis Bay ist ein sehr beschaulicher Ort. Er scheint gerade im Bau zu sein und rapide zu wachsen. Die gesamte Vorstadt ist eine reine Baustelle. Gefühlt gibt es nur einen kleinen Kern, der interessant ist. Wir spazieren nach Ankunft am Ufer der kleinen Bucht entlang und beobachten die Flamingos und Pelikane. Für diese ist Walvis Bay bekannt.
Ein wenig absurd kommen uns die mit der Nagelschere gestutzten Gärten mit ihren darauf stehenden Reetdachhäuschen vor nachdem wir gerade aus einer der größten, direkt angrenzenden Wüste kommen. Hier blüht das Leben und nur wenige Kilometer landeinwärts: Dürre.

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Unsere Unterkunft: die Oyster-Box

Ein kleines niedliches Fleckchen direkt an der Promenade. Wie gesagt, viel mehr gibt es hier auch nicht. Es ist süß eingerichtet, alles ein wenig maritim gehalten. Wir bleiben hier für eine Nacht und ziehen am nächsten Tag weiter über Swakopmund nach Windhuk.

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Das deutsche Namibia: Swakopmund

Von Walvis Bay führt die angeblich schönste Straße des Landes nach Swakopmund. Es ist eine Küstenstraße, die auf der einen Seite das Meer und der anderen die Wüste zeigt. Ich habe schon vorher gehört, dass in Namibia viel Deutsch gesprochen wird. Doch bisher hielt sich das wirklich in Grenzen. Swakopmund zeigt sich da aber direkt anders. Die Leute, Einheimische so wie Touristen, sind größtenteils deutscher Herkunft. Die Gebäude sind sehr europäisch und man findet überall an den alten Fassaden oder Denkmälern deutsche Texte.
Es ist ein sehr schöner Ort. Gepflegt, fröhlich, einladend. Wir schlendern durch die Straßen und an der Promenade entlang und finden ein kleines Kaffee, das (endlich) mal guten Kaffee hat. Direkt neben der Tür hängt ein Schild „ALTONA“ in goldenen Lettern. Ein bisschen Heimat am anderen Ende der Welt.
In Swakopmund kann man gut ein paar Tage verbringen. Es empfiehlt sich auch als guten Ausgangspunkt für diverse Aktivitäten wie Ausflüge zu den Dünen, Sandboarding oder Quadtouren um nur ein paar zu nennen. Es ist ca. 4 Stunden mit dem Auto von Windhuk entfernt und so wirklich gut erreichbar. Ich sag mal so: HIN DA!

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